Am 25. Oktober 1936 fand die so genannte “Versammlung der Karate-Meister” statt. Man enigte sich informell auf die Verwendung des Begriffes “Karate” in der modernen Schreibweise.
Nun geht ja in Okinawa immer alles etwas langsamer. Denn bereits 1929 wurde in der Karate-Studiengruppe der Keiō-Universität (Privatuni in Tōkyō) unter Anleitung eines Meisters des Enkakuji-Tempels von Kamakura, das aus dem Hannya Shingyō - dem Sūtra der Weisheit des Herzens - stammende Schriftzeichen Kara (Himmel, Leere 空) gewählt, und Karate (Tōdî) 唐手 in Karate 空手 geändert.
Wie auch immer: Am 29. März 2005 erklärte das Parlament der Präfektur Okinawa mit der Resolution bezüglich des Karate den 25. Oktober 1936 wie folgt zum Tag des Karate.
In den entfernten alten Zeiten vor ca. 700 Jahren wurde Karate auf dem Gebiet von Okinawa ins Leben gerufen. Unsere Vorfahren schufen die traditionelle Kultur des Karate in Symbiose mit Okinawas Natur und geographischen Eigenarten. Dieser berühmte Bestandteil der okinawanischen Gesellschaft wurde anfangs Tî genannt.
Unsere Vorfahren waren Menschen, die zahlreiche Länder per Schiff bereisten. Sie reisten in alle Welt, einschließlich nach China und Südostasien. Durch den blühenden Austausch mit dem Ausland gelangten eine internationale Kultur und Reichtümer nach Okinawa, die Friede und Wohlstand brachten.
In der Zeit zwischen 1400 und 1500 wurden durch diesen internationalen Austausch auch die chinesische Kampfkunst importiert, deren Vorteile in aktiver Weise in das Tî übernommen und integriert wurden, wodurch es prächtig aufblühte und bis in die Gegenwart überliefert wurde.
Durch mehrere führende Karate-ka wurde am 25. Oktober 1936 formell die Verwendung der Bezeichnung Karate beschlossen. Deshalb ist dieser Tag ein besonderer Tag in der Geschichte des Karate.
Wie allgemein bekannt ist wird die weltweite Zahl von Karate-ka auf etwa 50 Millionen geschätzt. Über Landesgrenzen und Sprachen, Religionen, Verfassungen, und rassische Barrieren hinweg verbreitete sich das Karate in 150 Länder dieser Erde. Dank seiner unbeschreiblichen Anziehungskraft breitete sich Karate in weniger als einem halben Jahrhundert mit unbändiger Kraft in alle Winkel der Welt aus.
Wie gesagt hat sich diese Kultur Okinawas weit verbreitet, und mit der Übertragung derselben an andere Orte beeinflusste sie Menschen auf der ganzen Welt.
Und das große philosophisches Prinzip des Karate ni Sente nashi, was Nuchidû Takara bedeutet – d.h. das Leben ist dir größte Kostbarkeit -, also die Idee, Leib und Leben hoch zu schätzen, ist das grundlegende Prinzip des „Kampfes um des Friedens willen“, welches von der heutigen Weltgemeinschaft mehr und mehr gefordert wird, und wir sind überzeugt davon, einen Beitrag dazu zu leisten.
In diesem Sinne und in der Hoffnung, dass sich das traditionelle Karate von Okinawa in Zukunft mehr und mehr entfaltet und zu Weltfrieden und zum Wohlergehen aller Menschen beiträgt, erklären wir, das Parlament der Präfektur Okinawa, den 25. Oktober zum „Tag des Karate“.Beschlossen so wie oben beschrieben am 29. März 2005
Das Parlament der Präfektur Okinawa

Lieber Blogger,
mit Spannung habe ich gerade von der Resolution gelesen. Vielen Dank für den Post, ich bin begeistert!!!
Eine Frage habe ich noch, darf man erfahren, wo ich die zitierfähige Quelle finde?
Vielen Gruß
Dirk
Takamiyagi Shigeru, Shinzato Katsuhiko, Nakamoto Masahiro [Aut. u. Hrsg.]: Okinawa Karate Kobudô Jiten. Tôkyô, Kashiwa Shobô 2008. S. 7.
Die Übersetzung ist allerdings von mir und entsprechend ohne Tsuki-Gewähr.
;O)
Servus,
vielen Dank für die Info und (für mich) die wertvollen Informationen! Ich war so frei, dies auf meinem Blog zu veröffentlichen (mit Verweis auf den hiesigen Blog.
Besten Gruß
Dirk