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“Über die Herstellung von Dingen. Arbeitspapier über die japanische Technik-Philosophie des Monozukuri.” November 2009.
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Des Weiteren die Übersetzung einer interessanten Studie über die Stabilität des Monozukuri: eine-studie-uber-die-robustheit-des-monozukuri
Aus der Einführung von “Über die Herstellung von Dingen”:
Einführung
Die unersättliche Neugier der Japaner auf die Welt, die sich durch alle Epochen bis heute fortsetzte, wurde von Harvey Brooks, Professor in Harvard, wie folgt umschrieben:
„Die erfolgreiche Imitation, weit entfernt davon, symptomatisch für einen Mangel an Originalität zu sein, für den sie immer gehalten wurde, ist der erste Schritt, Kreativität zu lernen.[i]”
Ōtsuka Akihiko, Chefingenieur des Prius bei Toyota, räumte kürzlich unumwunden ein, dass der VW Golf in mancher Hinsicht den Maßstab bei der Entwicklung des Toyota Prius bildete. Nichtsdestotrotz sei der Prius ein Beispiel für die erfolgreiche Implementierung des Monozukuri, welches Ōtsuka als die „in Japan hochgelobte Geisteshaltung des konkreten Schaffens und Perfektionierens” beschreibt[ii].
Japan hat bereits zahlreiche Erfolgskonzepte entwicklelt, z.B. TQM, JIT, Kaizen, Teamarbeit, Kanban, Poka Yoke, P2M und KPM die in der ganzen Welt adaptiert wurden. Ist Monozukuri nun ebenfalls ein neues System des japanischen Manegements?
Der Wortteil Mono bedeutet Ding, Sache, Gegenstand. Zukuri ist „die Herstellung von…”. Wörtlich übersetzt und grundsätzlich bedeutet Monozukuri demnach die Herstellung von Erzeugnisse, Waren, Produkte usw. analog unserer handwerklichen und industriellen Fertigung, Produktion, Herstellung. Darüber hinaus finden sich Interpretationen wie
- Qualitativ hochwertige Fertigung
- der gesamte Prozess der Herstellung eines Produkts, vom Design bis zur Fertigstellung
- die Herstellung konkreter Dinge
- die Herstellung wertschöpfender Produkte und technischer Innovationen
- die Freude daran, ein Produkt so perfekt wie möglich zu fertigen
- die hochgelobte Geisteshaltung des konkreten Schaffens und Perfektionierens (FAZ)
- die Geisteshaltung zu besitzen, exzellente Produkte herzustellen und die Fähigkeit, ein Produktionssystem oder -prozeß kontinuierlich zu verbessern. (Japan External Trade Organization)
Die beginnende Globalisierung führte ab den 1980er Jahren zu einer Verschiebung der Produktionsstandorte für Konsumgüter und andere Produkte in sogenannte Billiglohnländer. In Asien sind waren dies z.B. Taiwan, China, Korea u.a. Die IT-Branche boomte und die Finanzwelt galt als sehr en vogue. Die herstellende Industrie Japans hatte gerade zu jener Zeit ein sehr negatives Image von schmutzigen Fabriken und gefährlicher Arbeit, weshalb der Begriff 3K geprägt wurde, d.h. kitsui, kitanai, kiken[iii]: schwer, schmutzig und gefährlich.
Die hochqualifizierten technischen Berufe verloren an Popularität, sie waren nicht mehr hip. Wie auch hierzulande drohte ein Mangel an qualifizierten technischen Fachkräften im Bereich der Wissenschaft und Technologie, einem Wirtschaftszweig, der vital für die gesamte japanische Volkswirtschaft ist.
[i] Japanisch-Deutsche Beziehungen. Vorträge 1993-1997. Dr. Tatsuo Arima. Damaliger Japanischer Botschafter in der BRD.
[ii] Leidenschaft in drei Welten. FAZ Sonntagszeitung vom 12./13. September 2009, Nr. 212, Beruf und Chance C3.
[iii]きつい, 汚い, 危険
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