Otsuka Tadahiko: Chugoku, Ryukyu Bugeishi. 1998

15otsuka Tadahiko. Chûgoku, Ryukyu Bugeishi (The Chinese Ryukyuan Report on Martial Arts). Besuboru Magajin-sha, Tokyo 1998. 319 pp. 26cm.

Contents

Part 1: Prologue: Karate and Tai Chi

  • Prologue: Karate
  • Report on the first Taiwan trip
  • Report on Wŭzŭquán (jap. Gosoken; Five Ancestors Boxing) and the trip to Manila
  • Report on the second Taiwan trip and Shàolín Wŭquán (the five styles of Shàolín)
  • Prolog: Taijiquan

Part 2: Comparison register of the techniques of Chén-Stil Tàijíquán and other antique Tàijíquán styles

  • List of the 32 Gestures of Chang Quan of Song Tàizǔ
  • List of Chén-shì Tàijíquán (contains 31 Gestures)
  • 108 Gestures of Tōngbèi Quán (contains 31 of the 32 Gestures)
  • 1. Line of Chén-Stil, old form (contains 9 of the 32 Gestures)
  • 2. Line of Chén-Stil, old form (contains 13 of the 32 Gestures)
  • 1. Line of Chén-Stil, new form (school derived from Chén) (contains 9 of the 32 Gestures )
  • 2. Line of Chén-Stil, new form (school derived from Chén) (contains 11 of the 32 Gestures)
  • Yáng-shì (Yáng -Stil) Tàijíquán (contains 7 of the 32 Gestures)
  • Tabular survey of the 48 drawings of the Ryukyu Bubishi (contains 13 of the 32 Gestures)

Part 3: Explanation of the basic technical principles (for the analysis of the 32 gestures and 48 illustrations)

  • Explanation of the basic technical principles
  • Explanation of terms

Part 4: Anylisis (Bunkai) of the 32 gestures of Chang Quan of Song Tàizǔ

  • List of the 32 gestures
  • List of the 32 gestures of Chang Quan
  • Attached Table of the techniques of the 32 gestures of Chang Quan
  • Table A: Table of the system of the distance, the three tactics of Sen (before) and the Kamae of the 32 gestures of Chang Quan
  • Table B: Table of the system of the distance, the three tactics of Sen (before) and the Kamae of the 32 gestures of Chang Quan – Vergleich der Haupt- und Nebenmethoden
  • Table of technical execution and Maai (distance) the 32 gestures
  • Analysis (Bunkai) of the 32 gestures of Chang Quan of Song Tàizǔ

Part 5: Analysis (Bunkai) of the 32 gestures of Chang Quan of Song Tàizǔ and (the Bunkai) of the 48 illustrations of the Ryukyu Bubishi

  • Overview of tables for the 48 illustrations
  • The 32 gestures of Chang Quan of Song Tàizǔ and the 48 48 illustrations of the Ryukyu Bubishi
  • Tabular survey of the 48 illustrations of the Ryukyu Bubishi
  • Tabular survey of the 48 illustrations 2 / comparison with the 32 gestures
  • Comparative classification of the techniques of the 48 illustrations
  • Comparative classification of Maai the 48 representations A
  • Comparative classification of Maai the 48 illustrations, B
  • Technical execution and Maai of the 48 illustrations and the 32 gestures
  • Correlation table of the 48 illustrations and the 32 gestures

Part 6: The Quánjīng (canon of boxing) of Jìxiào Xinshu

  • Sòng Tàizǔ (Zhào Kuāngyìn) and the 32 gestures of Chang Quan (Long Boxing)
  • Qī Jìguáng, author of Jìxiào Xinshu
  • Chapter 14 of the Jìxiào Xinshu
  • Table of illustrations of the 32 gestures of Chang Quan of Song Tàizǔ
  • The illustrations of the 32 gestures of the Chang Quan of Song Tàizǔ in the Jìxiào Xinshu

Part 7: The Baihe Quán and Fang Qi-Niang in the Ryukyu Bubishi

  • Báihè Quán, Fāng Qīniáng and theRyūkyū-den Bubishi
  • The origin the God of War of the Bubishi (Tiándōu Yuánshī)
  • The Goddess Mazu
  • Tabular survey of the 48 illustrations
  • 48 illustrations of Kenpo in the Ryukyu Bubishi

 Part 8: Happoren (Bābùlián)

Here is the preface of the book, translated to German:

Zu Anfang

Dieses Buch handelt von den Entdeckungen, auf die ich während meines Studiums auf der Suche nach der Quelle des Karate-dō Gōjū-ryū gestoßen bin. Dabei habe ich mich speziell mit zwei chinesischen Büchern über die Militärkunst auseinandergesetzt, dem Jìxiào Xīnshū und dem darin enthaltenen Kapitel Quánjīng (Klassiker des Boxens), sowie dem nach Okinawa übertragenen Ryūkyū-den Bubishi, beides Monografien über die Techniken des Bujutsu.

1986 (Shōwa 61), also heute vor 10 Jahren, wurde beim Baseball Magazin das Okinawa-den Bubishi herausgegeben. Dieses enthielt die (japanischen) Übersetzungen der 48 Darstellungen über die Kampfform des Báihè Quán ([Weisser Kranich Stil] von Fāng Qī-niáng) und deren Anwendungen.

Noch heute, 10 Jahre später, sind wegen zahlreicher Schreibfehler und ausgelassener Schriftzeichen einige Dinge unklar. Bei der Neuveröffentlichung der Zeichnungen wurden die Schriftzeichen wo es ging korrigiert.

Auf der Suche nach der Quelle des Gōjū-ryū stieß ich 1987 (Shōwa 53) in Taiwan auf das Jìxiào Xīnshū, und darin auf das Kapitel Quánjīng (Kanon des Boxens) [d.i.: Die 32 Gebärden des Cháng Quán von Sòng Tàizǔ], übersetzte diese und rekonstruierte daraus die Bunkai. Darüber hinaus prüfte ich deren Zusammenhang mit den 48 Darstellungen des Bubishi.

1996 besuchte ich die Beerdigungstätte von Higa Yūchoku Sensei auf Okinawa und betete im Tenbigū [Tempel nahe dem Nami no Ue Schrein in Naha Tsuji].

Die Bedeutung des in Okinawa übertragenen Bubishi wurde von folgenden vier Personen studiert: Tokashiki Iken Sensei aus Okinawa, Roland Habersetzer Sensei aus Frankreich, dem jetzt in Australien lebende Kanadier Patrick McCarthy Sensei, und von mir (Ōtsuka Tadahiko).

Ōtsuka Tadahiko. Chûgoku, Ryûkyû Bugeishi. Bêsubôru Magajin-sha, Tôkyô 1998. 319 pp. 26cm.

Heute stehen diese Personen alle in freundlicher gegenseitiger Unterstützung zueinander, was den Ergebnissen der Forschung zugute kommt. Patrick McCarthy Sensei war in der Lage, das Bubishi aus dem Besitz von Mabuni Kenwa Sensei (über Konishi Yasuhiro) zu studieren, und stellte freundlicherweise seine Studienergebnisse zu den 48 Darstellungen zum Vergleich für diese hier vorliegende Neuauflage zur Verfügung.

Daneben wurde Material zur Verfügung gestellt von dem Karateka Kinjō Hiroshi Sensei und dem Professor emeritus der Tōdai (Universität von Tōkyō), Kubonori Tada Sensei, einem der führenden Personen in der Geschichtsforschung des japanischen Orients.

Der Ausdruck Ryūkyū-den anstelle von Okinawa-den soll ein Hinweis auf Epoche der Herkunft des Bubishi sein, nämlich die Zeit des Ryūkyū Königreichs im Gegensatz zur Präfektur Okinawa. Aus diesem Grund wurde bei dieser Veröffentlichung nun der Begriff Ryūkyū-den Bubishi gewählt, während der Inhalt bzw. das Thema gleich geblieben ist.

Wie schon bei der ersten Ausgabe erhielt ich bei der hier vorliegenden Neuausgabe erneut Unterstützung vom Baseball Magazin und Watanabe Yoshiichirō.

An dieser Stelle möchte ich all diesen Personen für ihre Zusammenarbeit meine aufrichtige Dankbarkeit zum Ausdruck bringen.

Ich möchte dieses Buch dem verstorbenen Higa Yūchoku widmen.

15. Juni 1998

Gōjū Kensha

Ōtsuka Tadahiko

 

 

 

 

Nun ein weiterer Teil, der interessant fuer Goju-ryu Kata ist.

Bericht über die erste Taiwan-Reise

Nun eine Erzählung.

Im Juni 1972 (Shōwa 47) besuchte ich – begleitet von Shidōin (Leiter, Ratgeber) Toyoshima Shōzō – den Wohnsitz und Unterrichtsraum von Wáng Shùjīn Sensei in Taizhong, Taiwan. In Taipei trafen sich Wáng Fúlái Sensei und Yán Sensei und kamen mit dem Zug ebenfalls nach Taizhong. Zu dieser Zeit der alte Meister (Rōshi) Wáng Shùjīn Tōkyō herzlich willkommen.

Das erste Ziel dieser Reise war die Suche nach dem Ursprung des Gōjū-ryū Karate-dō, die Untersuchung des Tàijíquán, Shíbāluóhànquán (Boxen der 18 Buddha-Jünger) und Báihèquán (Weißer Kranich Stil) mit den Lehrern, und bei dieser Gelegenheit auch die Untersuchung zweier der Fünf Boxstile des Fujian Shaolin (Fújiàn Shăolín Wŭquán), namentlich Hóuquán (Affenboxen) und Dámóquán (Daruma Boxen).

Das zweite Ziel dieser Reise war es, mithilfe von Schullehrern, die sich in der Sprache von Fujian auskennen, die Substanz der Namen der Gōjū-ryū Kata zu untersuchen. Hier nun die Ergebnisse der Untersuchung der Kata-Namen:

Was Sanchin betrifft, beschreibt der Name Angriff und Verteidigung auf der oberen, mittleren und unteren Stufe (Himmel, Erde, Mensch), das heißt die drei entscheidende Punkte des Kampfes. Diese Kata existiert auch im Báihèquán.

  1. Was Sansêru betrifft, beschreibt der Name die Anzahl der Vitalpunkte nach der Wissenschaft der Akupunkturpunkte des Orients.
  2. Was Seienchin betrifft, muß man sich daran erinnern, dass die Kata auf Okinawa Seiyunchin genannt wird. Desweiteren enthält der Name der Shisōchin genannten Kata denselben Wortteil chin, welcher sich von chin. jín 勁 ableitet. Im Taijiquan gibt es Hakkei (Auslösen der inneren Energie), Kakei (Huàjín: Transformieren der inneren Energie) und Kei  (jín: innere Energie/Kraft), die in der Terminologie der Kampfkunst (Budō) weitverbreitet und –verwendet sind. Dieses jín ausgesprochene Schriftzeichen ist mit dem japanischen Chikara (Kraft, Macht, Stärke) gleichzusetzen. Die erste Silbe Sei stammt von chin Suí (zu folgen; sich anzupassen; zu erlauben; jap. Zui: folgen, gehorchen), die zweite Silbe en oder yun kommt von chin. Yùn (Bewegung; tragen; transportieren; gebrauchen; verwenden. Jap. Un: sich bewegen; transportieren; Fortschritte machen, gut vonstatten gehen). Dies ergibt zusammen Suí Yùn Jín 随運勁, das bedeutet “den Umständen gemäß die Kraft verändern/transferieren”, und genau diese Eigenschaft soll die Kata kultivieren. Seyunchin kennt keine Fußtritte. Handtechniken bilden den Kern des Ganzen, was genau zu dem Namen paßt.
  3. Wenn man Shisōchin betrachtet, erscheint die Kata als ob “etwas an eine Kette gelegt” wird oder “etwas von der Kette gelassen wird”. Die zweite Silbe: Suŏ 鎖 oder Sō (Kette, jap. Kusari), ist – wie man zu sagen pflegt wenn man mit einem Angriff jemanden unter Druck setzen oder bedrängen will, – die Kette anlegen; die Verteidigung im Gegensatz dazu gibt eher den Eindruck des Abnehmens, Entfernens, Zerlegens: und findet sich in der ersten Silbe shī, d.h. stark oder kräftig, welches von dem chin. shí  実 herstammt (real, solide, wahr, aufrichtig. Jap. Jitsu: tatsächlich, real). Die zweite Silbe: Suŏ 鎖 oder (Kette, jap. Kusari) bedeutet hier also mglw. Zubinden/umbinden/ festschnüren/ zusammenschnüren; Bedrängen, Überwältigen, unter Druck setzen. Die Kata soll also diese beschriebene Kraft des “Anlegens und Loslassens der Kette” als Angriffs- und Verteidigungstechniken kultivieren, was durch den Namen Shisōchin 実鎖勁 ausgedrückt wird.
  4. Was Sêpai (18 ) angeht, ist der Name 18 aus 18 “Hände” (oder besser “der Stil der 18”) und dieses wiederum aus Shíbāluóhànquán abgeleitet.
  5. Sêsan (13). Die am weitesten verbreitete Meinung zu diesem Namen ist die Bedeutung 13 Gebärden aus dem I Ging (Buch der Wandlungen, 13 Gebärden = Ursprung des Universums [Taikyoku 太極]). Auch eine Erwägung wert sind die Kihon des Tàijíquán, genannt Shísān Shìzhăng 十三勢掌 (13 Handbewegungen oder Krafthände). Es scheint dass Sêsan nach den 13 Gebärden des I Ging benannt ist, insbesondere im Sinne von 1. Geistesgegenwart; innere Ruhe; Ausgeglichenheit; Fassung; Gelassenheit. 2. Sicherheit; Stabilität; Frieden.
  6. Kururunfā: hier waren wir wirklich nicht in der Lage, uns einen Grund für den Namen vorzustellen. Saifā und Kururunfā besitzen beide die Endsilbe fā, was möglicherweise für Methode (fă 法) steht. Wenn die Kata ausgeführt wird, sieht man die Person in Yama-kamae stehen, der “Berghaltung.” Deshalb wäre es möglich, dass sich Kururunfā von Kūnlúnfă 昆崙法 ableitet (Methode der Berge Kūnlún) . Letztendlich bleibt diese Frage aber ungelöst.
  7. Das Sai von Saifā, stammt wohl von dem auch Suwai ausgesprochenen shuāi 摔,  welches als als Shuāifă 摔法 = Saifā möglicherweise eine Methode des Heranziehens beschreibt. Als ich die Katanamen untersuchte, hinterließ Saifā das größte Fragezeichen. Heute werden oft die chin. Schriftzeichen Zuìpò 最破  und Sàipò 塞破 verwendet.
  8. Was Sūpārinpai (108) betrifft, deutet dies ohne große Debatte direkt auf die buddhistische Zahl 108 hin. 8 steht dabei für die 8 großen irdischen Wünsche oder die 8 großen Höllen. 100 steht für die Unendlichkeit. Um diese zu beseitigen dient nach dem Glauben des Buddhismus das Glockenläuten am Silvesterabend, wobei die Glocke 108 mal geschlagen wird um die 108 irdischen Wünsche zu beseitigen.

Bei der Suche nach dem Ursprung des Gōjū-ryū ergab sich einerseits der eminente Hinweis, daß das Shíbāluóhànquán (Boxen der 18 Arhat-Jünger) zusammen 18 Grundtechniken besitzt, und ich habe keinen Zweifel daran, daß das Shíbāluóhànquán einer der Ursprünge des Gōjū-ryū ist.

Sanchin scheint ihren Ursprung im Báihèquán (Weißer Kranich Stil) zu haben, was sich in der Athmosphäre bei der Vorführung der Kata offenbart.

Bei weiteren Reisen (erklärt in den folgenden Kapiteln) haben wir zusätzlich das Wŭzŭquán (5 Ahnen Boxen) begutachtet, wofür wir nach Manila reisten. Von Manila aus kehrten wir wieder nach Taiwan zurück, wo wir schließlich erneut die Fünf Stile des Fujian Shaolin (Fújiàn Shăolín Wŭquán) untersuchten.

Von 1972 bis 1979, über einen Zeitraum von acht Jahren, gelang es uns mit Gewissheit etwas mehr über den Ursprung des Gōjū-ryū zu begreifen. Der Ursprung liegt in Fújiàn, China, und ich hoffe, daß sich eines Tages mein Traum von der Verbesserung der diplomatischen Beziehungen zwischen China und Japan erfüllt.

© 2011 – 2015, Andreas Quast. All rights reserved.

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